Über uns

Die Arbeitsgruppe für Theaterhistoriografie der Gesellschaft für Theaterwissenschaft e. V. wurde im Oktober 2000 in München konstituiert und zählt rund 40 Mitglieder. Sie widmet sich erstens einem gemeinsamen Projekt, das längerfristig beforscht und schließlich publiziert wird. Zweitens bietet sie ein Netzwerk für Doktorand*innen, die im Rahmen der Arbeitsgruppe ihre Dissertationsprojekte vorstellen und diskutieren können. Drittens versteht sich die Arbeitsgruppe als ein Forum, um sich wechselseitig über Forschungsprojekte auszutauschen.

Diese Website informiert über die Tätigkeiten der Arbeitsgruppe. Die Einladung zu den Veranstaltungen erfolgt per E-Mail. Wir freuen uns über neue Mitglieder aus allen Karrierestufen!

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The working group for Theater Historiography of the Gesellschaft für Theaterwissenschaft e. V. was constituted in October 2000 in Munich and counts about 40 members. Firstly, it dedicates itself to a joint project, which is researched long-term and results in a publication. Secondly, it provides a network for doctoral students who present and discuss their projects within the framework of the group. Thirdly, the working group considers itself a forum for the mutual discussion of research projects.

This website informs about the activities of the working group. Invitations to meetings and other events are sent by email. We are happy to welcome new members at all career levels!

Kontakt/Contact

📧 Theresa Eisele (LMU München)
📧 Lotte Schüßler (Humboldt-Universität zu Berlin)

Aktuelles

    • Forscher*in: Gerrit Berenike Heiter
    • Institution: Universität Wien
    • Betreuer*in(nen): PD Dr. Birgit Peter

    Festbeschreibungen, livrets de ballet und Tanztraktate liefern zahlreiche Informationen zu Tanz im frühneuzeitlichen Europa. Meine Forschungsarbeit beleuchtet die auktorialen und editorialen Strategien, die zur Legitimation des Tanzes bzw. des Balletts als Kunstform sowie der Verbreitung stylistischer und ästhetischer Konventionen beitragen. Ausgewählte Fallbeispiele von 1573 bis 1717 in Frankreich, Italien und Deutschland zeigen, wie die gedruckten Informationen die Rezeption choreografischer Ereignisse beim zeitgenössischen Publikum und der heutigen Forschung beeinflussten. Als Beitrag zur Buch- und Tanzgeschichte gedacht, gibt das Projekt darüber hinaus Einblicke in das kulturelle Netzwerk der europäischen aristokratischen Elite sowie in die urbane Aneignung der adligen choreografischen Kultur.

    Gerrit Berenike Heiter ist Doktorandin an der Universität Wien. Sie arbeitet als Schauspielerin, Tänzerin und Regisseurin mit einer Spezialisierung auf commedia dell’arte, Barocktheater und historischen Tanz. Seit 2014 ist sie Lehrbeauftragte für Tanzgeschichte an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim.

  • Ausblick 2026

    Im Jahr 2026 trifft sich die AG im Rahmen der Arbeitsgruppentreffen der Gesellschaft für Theaterwissenschaft vom 7. bis 9. September an der Universität Bern. Details und Programm per Mail. Interessierte sind herzlich willkommen.


  • Arbeit an Publikation 2025ff.

    Die AG Theaterhistoriografie widmet sich aktuell einem gemeinsamen Publikationsprojekt zur Arbeit mit und über theaterhistorische(n) Quellen. Die Publikation soll voraussichtlich 2027 erscheinen. Für teilnehmende Autor*innen fand ein Arbeitstreffen in Wien im November 2025 statt.


  • Treffen der AG 2023 & 2024

    Die AG Theaterhistoriografie trifft sich einmal jährlich zu gemeinsamen Workshops. Die Treffen 2023 + 2024 fanden im November 2023 (Universität Bern) und im Sommer 2024 im Rahmen des Kongresses der Gesellschaft für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig statt.


Publikationen der AG Theaterhistoriografie

Buchcover des 2022 erschienenen Sammelbandes "Unerhörte Theatergeschichten", herausgegeben von Stefan HulfeldUnerhörte Theatergeschichten. Ein Lesebuch (2022)

Herausgegeben von Stefan Hulfeld für die Arbeitsgruppe Historiografie der Gesellschaft für Theaterwissenschaft e. V., Wien: Hollitzer.

Das Lesebuch umfasst 17 Geschichten, die zeigen, wie faszinierend und erkenntnisreich Theatergeschichte sein kann. Erzählt werden sie von Theaterwissenschaftler*innen, die ihre Forschung damit einem Lesepublikum näherbringen. Es geht um die Elektrifizierung von Theatergebäuden, den Walkürenritt in der Zirkusmanege, eine Frauenbewegung im deutschen Theater um 1910, selbstbewusste Roboter in einem Science Fiction-Drama, den Papagei einer Opernsängerin, verbotene „Betten-Dramatik“, einen desillusionierten Produktionsdramaturgen, altmodische Seepferde und Nixen im Wiener Augarten u. v. a. m.

Mehr Informationen auf der Verlagswebsite …

Buchcover des 2007 erschienenen Sammelbandes "Theaterhistoriographie. Kontinuitäten und Brüche in Diskurs und Praxis", herausgegeben von Friedemann Kreuder, Stefan Hulfeld und Andreas Kotte Theaterhistoriographie. Kontinuitäten und Brüche in Diskurs und Praxis (2007)

Herausgegeben von Friedemann Kreuder, Stefan Hulfeld und Andreas Kotte, unter Mitarbeit von Stefanie Watzka, (Mainzer Forschungen zu Drama und Theater 36) Tübingen: Francke.

Wie schreibt man heute Theatergeschichte? Welche Vielfalt unterschiedlichster Theaterformen entfalten sich, blickt man über die am Höhenkamm orientierte Theatergeschichtsschreibung früherer Forschergenerationen hinaus? Welche innovativen Ergebnisse bieten neu erschlossene Quellen, hinterfragt man mit ihnen bereits etablierte Forschungsmeinungen? Diese und weitere Fragen haben sich die Autorinnen und Autoren des vorliegenden Bandes gestellt. Die Ergebnisse bieten einen neuen Blick auf ein Thema, das es immer wieder zu diskutieren gilt: die Theaterhistoriographie.

Mehr Informationen auf der Verlagswebsite …

Titelblatt der "Theaterwissenschaftlichen Beiträge" des Jahres 2002 mit dem Themenschwerpunkt "Theaterhistoriographie", herausgegeben von Friedemann Kreuder, Stefan Hulfeld und Andreas Kotte Theaterwissenschaftliche Beiträge. Theaterhistoriographie (2002)

Herausgegeben von Friedemann Kreuder, Stefan Hulfeld und Andreas Kotte, Insert in Theater der Zeit, TdZ 06/2002.

Die „Theaterwissenschaftlichen Beiträge“ sind als erste Publikation der Arbeitsgruppe aus dem Auftaktkolloquium der AG 2001 in Bern hervorgegangen. Sie versammeln neun Positionen, die eine erste theaterhistoriografische Bestandsaufnahme vornehmen, dabei auf die Disparatheit theaterhistorischen Arbeitens stoßen, zugleich aber gemeinsam für ein historisches Bewusstsein theaterwissenschaftlicher Forschung eintreten. Die Beiträge beschäftigen sich etwa mit der Bestimmung von Theatralität und mit vielfältigen Materialien zwischen Mittelalter und Moderne.

Dissertationsprojekte im Doc-Netzwerk

Im Doc-Netzwerk diskutieren Doktorand*innen ihre theaterhistoriografischen Projekte. Sie erhalten Raum für inhaltlichen Austausch und Vernetzung. Die Treffen des Netzwerks werden gefördert von der Gesellschaft für Theatergeschichte e.V.

Untenstehend gelistet sind Dissertationsprojekte zum Stand ihrer Diskussion im Rahmen der Arbeitsgruppe.

  • Multiple Masken der europäischen Tanzkultur der frühen Neuzeit. Festbeschreibungen, Livrets und Traktate (1573-1717)

    • Forscher*in: Gerrit Berenike Heiter
    • Institution: Universität Wien
    • Betreuer*in(nen): PD Dr. Birgit Peter

    Festbeschreibungen, livrets de ballet und Tanztraktate liefern zahlreiche Informationen zu Tanz im frühneuzeitlichen Europa. Meine Forschungsarbeit beleuchtet die auktorialen und editorialen Strategien, die zur Legitimation des Tanzes bzw. des Balletts als Kunstform sowie der Verbreitung stylistischer und ästhetischer Konventionen beitragen. Ausgewählte Fallbeispiele von 1573 bis 1717 in Frankreich, Italien und Deutschland zeigen, wie die gedruckten Informationen die Rezeption choreografischer Ereignisse beim zeitgenössischen Publikum und der heutigen Forschung beeinflussten. Als Beitrag zur Buch- und Tanzgeschichte gedacht, gibt das Projekt darüber hinaus Einblicke in das kulturelle Netzwerk der europäischen aristokratischen Elite sowie in die urbane Aneignung der adligen choreografischen Kultur.

    Gerrit Berenike Heiter ist Doktorandin an der Universität Wien. Sie arbeitet als Schauspielerin, Tänzerin und Regisseurin mit einer Spezialisierung auf commedia dell’arte, Barocktheater und historischen Tanz. Seit 2014 ist sie Lehrbeauftragte für Tanzgeschichte an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim.


  • Vergessene Fachgeschichte. Theaterforschung und Theaterwissenschaft in der Schweiz und in Österreich Anfang des 20. Jahrhunderts

    • Forscher*in: Claudius Baisch
    • Institution: Institut für Theaterwissenschaft, Universität Bern
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer, PD Dr. Birgit Peter

    Die Dissertation untersucht vergessene Ansätze einer frühen Theaterforschung in der Schweiz und in Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und fragt nach deren Bedeutung für die Institutionalisierung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft. Im Zentrum stehen nationale und nationalistische Theatergeschichtsschreibungen von Helene Richter, Oskar Eberle und Joseph Gregor, die auf unterschiedliche Weise zur fachlichen Etablierung beigetragen haben. Durch mikrohistorische Analysen und kritische Quellenarbeit werden bislang unbeachtete Netzwerke, Diskurse und Ausschlussmechanismen sichtbar. Damit versteht die Arbeit Theatergeschichtsschreibung als Praxis der Konstruktion kultureller und wissenschaftlicher Identität und leistet zugleich einen Beitrag zu einer kritisch reflektierten Fachgeschichtsschreibung.

    Claudius Baisch ist Doktorand im SNF-Forschungsprojekt „History of Theatre Studies – Swiss/Austrian Networks and Contexts“ am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern. Er studierte Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig und arbeitete dort am Centre of Competence for Theatre.


  • Die Schweiz als Theater-, Asyl-, und Transitland. Theaterwissenschaftliche Netzwerke zwischen 1933 und 1945

    • Forscher*in: Mena Taverna
    • Institution: Universität Bern
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer

    Das Dissertationsvorhaben befasst sich mit der Fachgeschichte der Theaterwissenschaft der Schweiz im Zeitraum des Nationalsozialismus (1933-1945). Dabei werden die Voraussetzungen verschiedener theaterwissenschaftlicher Netzwerke in der Schweiz beleuchtet und in einen gesamtschweizerischen Kontext gesetzt. Es wird die teilweise auch antisemitisch geprägte kulturpolitische Landschaft der Schweiz betrachtet, die dort die Versuche einer Institutionalisierung der Theaterwissenschaft beeinflussten. Des Weiteren wird die Flüchtlingspolitik der Schweiz dargelegt und darin die strengen Regelungen, denen sich Theaterwissenschaftler*innen auf der Flucht unterstellen mussten. Herauszuarbeiten, was dies für ihre akademische Karriere und wissenschaftliche Arbeit bedeutete, ist Teil des Dissertationsvorhabens.

    Mena Taverna studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Englisch an der Universität Bern. Von 2020 bis 2024 war they am Institut für Theaterwissenschaft als Hilfswissenschaftler*in angestellt. They doktoriert im SNF-geförderten Forschungsprojekt SNF-/FWF-Forschungsprojekt „History of Theatre Studies – Swiss/Austrian Networks and Contexts“ an der Universität Bern.


  • Die Internationalisierung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft im Kalten Krieg. Akteur*innen und NS-Kontinuitäten in der International Federation for Theatre Research

    • Forscher*in: Theresa Schwarzkopf
    • Institution: Universität Bern
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer, Prof. Dr. Jan Lazardzig

    Meine Dissertation untersucht institutionskritisch die Rolle internationaler Netzwerke für die Entwicklung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft in der Schweiz, Österreich, Deutschland und im Exil. Im Zentrum steht die International Federation for Theatre Research (IFTR) als Plattform außeruniversitärer Zusammenarbeit. Anhand umfangreicher Archivbestände analysiere ich Akteur*innen, Strukturen, Themen und Ausschlüsse innerhalb der Vereinigung und untersuche die Bedeutung von Internationalisierung für die Beteiligten im Kontext des Kalten Krieges. Besonderes Augenmerk gilt der Definitionsmacht und Kanonbildung sowie bislang wenig beachteten NS-Kontinuitäten in der internationalen Selbstdarstellung der Theaterwissenschaft.

    Theresa Schwarzkopf ist Doktorandin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern. Ihre Dissertation entsteht im SNF-/FWF-Forschungsprojekt „History of Theatre Studies – Swiss/Austrian Networks and Contexts“ unter der Leitung von Beate Hochholdinger-Reiterer (Universität Bern) und Birgit Peter (Universität Wien). Theresa studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und der Universität Leipzig.


  • Technik im Spiel. Zur Theatralität von Steuerungsvorgängen in Theatern des 19. Jahrhunderts und heute

    • Forscher*in: Jochen Lamb
    • Institution: Leibniz Universität Hannover
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Julia Stenzel

    Die Dissertation untersucht Steuerungs- und Regelungsvorgänge in der Bühnentechnik deutscher Stadttheater des langen 19. Jahrhunderts. Das Ziel der Arbeit ist es, das Verhältnis von Bühnentechnik, ihrem Gebrauch und theatralen Praktiken unter einer historiographischen Perspektive zu untersuchen und für zeitgenössische Theaterformen anschlussfähig zu machen. Dabei wird erforscht, mit welchen Mechanismen, Regeln und Infrastrukturen technische wie ästhetische Prozesse theatraler Praktiken gesteuert werden und entlang welcher Anforderungen sie sich herausbilden und entwickeln. Die Bedeutung technischer Entwicklungen für theatrale Praktiken kann derart nicht nur als Technikgeschichte beschrieben werden, sondern als Geschichte ihres Gebrauchs, die Perspektiven darauf eröffnet, wie Praktiken des Technikgebrauchs mit Praktiken theatraler Darstellungen verwoben sind, sich in gegenseitiger Bedingtheit entwickeln und wie sich das auf verschiedene Theaterbegriffe auswirkt. Unter der historiographischen Perspektive werden Steuerungsvorgänge, die sich durch die Verschränkungen von Praktiken und Technologien stetig neu formieren müssen, auf ihre Ordnungs- und Funktionsstrukturen innerhalb von Aufführungspraktiken hin untersucht. Ergänzt wird diese Perspektive durch punktuelle Analysen zum Umgang mit digitalen Technologien und Robotik in zeitgenössischem Figuren- und Objekttheater, welche eine weiterführende Untersuchung zeitgenössischer Theaterformen anschlussfähig macht.

    Jochen Lamb arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Er studierte Theaterwissenschaft und Philosophie in Mainz und Leipzig und war von 2018 bis 2024 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft, Fach Theaterwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Promotion wurde von 2021 bis 2025 von der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einem Stipendium gefördert.


  • Multiple Masken der europäischen Tanzkultur der frühen Neuzeit. Festbeschreibungen, Livrets und Traktate (1573-1717)

    • Forscher*in: Gerrit Berenike Heiter
    • Institution: Universität Wien
    • Betreuer*in(nen): PD Dr. Birgit Peter

    Festbeschreibungen, livrets de ballet und Tanztraktate liefern zahlreiche Informationen zu Tanz im frühneuzeitlichen Europa. Meine Forschungsarbeit beleuchtet die auktorialen und editorialen Strategien, die zur Legitimation des Tanzes bzw. des Balletts als Kunstform sowie der Verbreitung stylistischer und ästhetischer Konventionen beitragen. Ausgewählte Fallbeispiele von 1573 bis 1717 in Frankreich, Italien und Deutschland zeigen, wie die gedruckten Informationen die Rezeption choreografischer Ereignisse beim zeitgenössischen Publikum und der heutigen Forschung beeinflussten. Als Beitrag zur Buch- und Tanzgeschichte gedacht, gibt das Projekt darüber hinaus Einblicke in das kulturelle Netzwerk der europäischen aristokratischen Elite sowie in die urbane Aneignung der adligen choreografischen Kultur.

    Gerrit Berenike Heiter ist Doktorandin an der Universität Wien. Sie arbeitet als Schauspielerin, Tänzerin und Regisseurin mit einer Spezialisierung auf commedia dell’arte, Barocktheater und historischen Tanz. Seit 2014 ist sie Lehrbeauftragte für Tanzgeschichte an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Mannheim.


  • Vergessene Fachgeschichte. Theaterforschung und Theaterwissenschaft in der Schweiz und in Österreich Anfang des 20. Jahrhunderts

    • Forscher*in: Claudius Baisch
    • Institution: Institut für Theaterwissenschaft, Universität Bern
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer, PD Dr. Birgit Peter

    Die Dissertation untersucht vergessene Ansätze einer frühen Theaterforschung in der Schweiz und in Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und fragt nach deren Bedeutung für die Institutionalisierung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft. Im Zentrum stehen nationale und nationalistische Theatergeschichtsschreibungen von Helene Richter, Oskar Eberle und Joseph Gregor, die auf unterschiedliche Weise zur fachlichen Etablierung beigetragen haben. Durch mikrohistorische Analysen und kritische Quellenarbeit werden bislang unbeachtete Netzwerke, Diskurse und Ausschlussmechanismen sichtbar. Damit versteht die Arbeit Theatergeschichtsschreibung als Praxis der Konstruktion kultureller und wissenschaftlicher Identität und leistet zugleich einen Beitrag zu einer kritisch reflektierten Fachgeschichtsschreibung.

    Claudius Baisch ist Doktorand im SNF-Forschungsprojekt „History of Theatre Studies – Swiss/Austrian Networks and Contexts“ am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern. Er studierte Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig und arbeitete dort am Centre of Competence for Theatre.


  • Die Schweiz als Theater-, Asyl-, und Transitland. Theaterwissenschaftliche Netzwerke zwischen 1933 und 1945

    • Forscher*in: Mena Taverna
    • Institution: Universität Bern
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer

    Das Dissertationsvorhaben befasst sich mit der Fachgeschichte der Theaterwissenschaft der Schweiz im Zeitraum des Nationalsozialismus (1933-1945). Dabei werden die Voraussetzungen verschiedener theaterwissenschaftlicher Netzwerke in der Schweiz beleuchtet und in einen gesamtschweizerischen Kontext gesetzt. Es wird die teilweise auch antisemitisch geprägte kulturpolitische Landschaft der Schweiz betrachtet, die dort die Versuche einer Institutionalisierung der Theaterwissenschaft beeinflussten. Des Weiteren wird die Flüchtlingspolitik der Schweiz dargelegt und darin die strengen Regelungen, denen sich Theaterwissenschaftler*innen auf der Flucht unterstellen mussten. Herauszuarbeiten, was dies für ihre akademische Karriere und wissenschaftliche Arbeit bedeutete, ist Teil des Dissertationsvorhabens.

    Mena Taverna studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Englisch an der Universität Bern. Von 2020 bis 2024 war they am Institut für Theaterwissenschaft als Hilfswissenschaftler*in angestellt. They doktoriert im SNF-geförderten Forschungsprojekt SNF-/FWF-Forschungsprojekt „History of Theatre Studies – Swiss/Austrian Networks and Contexts“ an der Universität Bern.


  • Die Internationalisierung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft im Kalten Krieg. Akteur*innen und NS-Kontinuitäten in der International Federation for Theatre Research

    • Forscher*in: Theresa Schwarzkopf
    • Institution: Universität Bern
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Beate Hochholdinger-Reiterer, Prof. Dr. Jan Lazardzig

    Meine Dissertation untersucht institutionskritisch die Rolle internationaler Netzwerke für die Entwicklung der deutschsprachigen Theaterwissenschaft in der Schweiz, Österreich, Deutschland und im Exil. Im Zentrum steht die International Federation for Theatre Research (IFTR) als Plattform außeruniversitärer Zusammenarbeit. Anhand umfangreicher Archivbestände analysiere ich Akteur*innen, Strukturen, Themen und Ausschlüsse innerhalb der Vereinigung und untersuche die Bedeutung von Internationalisierung für die Beteiligten im Kontext des Kalten Krieges. Besonderes Augenmerk gilt der Definitionsmacht und Kanonbildung sowie bislang wenig beachteten NS-Kontinuitäten in der internationalen Selbstdarstellung der Theaterwissenschaft.

    Theresa Schwarzkopf ist Doktorandin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern. Ihre Dissertation entsteht im SNF-/FWF-Forschungsprojekt „History of Theatre Studies – Swiss/Austrian Networks and Contexts“ unter der Leitung von Beate Hochholdinger-Reiterer (Universität Bern) und Birgit Peter (Universität Wien). Theresa studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und der Universität Leipzig.


  • Technik im Spiel. Zur Theatralität von Steuerungsvorgängen in Theatern des 19. Jahrhunderts und heute

    • Forscher*in: Jochen Lamb
    • Institution: Leibniz Universität Hannover
    • Betreuer*in(nen): Prof. Dr. Julia Stenzel

    Die Dissertation untersucht Steuerungs- und Regelungsvorgänge in der Bühnentechnik deutscher Stadttheater des langen 19. Jahrhunderts. Das Ziel der Arbeit ist es, das Verhältnis von Bühnentechnik, ihrem Gebrauch und theatralen Praktiken unter einer historiographischen Perspektive zu untersuchen und für zeitgenössische Theaterformen anschlussfähig zu machen. Dabei wird erforscht, mit welchen Mechanismen, Regeln und Infrastrukturen technische wie ästhetische Prozesse theatraler Praktiken gesteuert werden und entlang welcher Anforderungen sie sich herausbilden und entwickeln. Die Bedeutung technischer Entwicklungen für theatrale Praktiken kann derart nicht nur als Technikgeschichte beschrieben werden, sondern als Geschichte ihres Gebrauchs, die Perspektiven darauf eröffnet, wie Praktiken des Technikgebrauchs mit Praktiken theatraler Darstellungen verwoben sind, sich in gegenseitiger Bedingtheit entwickeln und wie sich das auf verschiedene Theaterbegriffe auswirkt. Unter der historiographischen Perspektive werden Steuerungsvorgänge, die sich durch die Verschränkungen von Praktiken und Technologien stetig neu formieren müssen, auf ihre Ordnungs- und Funktionsstrukturen innerhalb von Aufführungspraktiken hin untersucht. Ergänzt wird diese Perspektive durch punktuelle Analysen zum Umgang mit digitalen Technologien und Robotik in zeitgenössischem Figuren- und Objekttheater, welche eine weiterführende Untersuchung zeitgenössischer Theaterformen anschlussfähig macht.

    Jochen Lamb arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Er studierte Theaterwissenschaft und Philosophie in Mainz und Leipzig und war von 2018 bis 2024 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft, Fach Theaterwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Promotion wurde von 2021 bis 2025 von der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einem Stipendium gefördert.


Weitere Dissertationsprojekte…

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Verantwortlich im Sinne des Telemediengesetzes

Dr.in Theresa Eisele
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Universität Wien
Josef-Holaubek-Platz 2 (UZA II)
1090 Wien

+43 (0)1 4277-44317
theresa.eisele@univie.ac.at

Redaktion

Theresa Eisele
theresa.eisele@univie.ac.at

Lotte Schüßler
lotte.schuessler@hu-berlin.de

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webmaster@theaterhistoriografie.net

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Im Rahmen der Zielsetzungen der Gesellschaft für Theaterwissenschaft e.V. bezwecken die Arbeitsgruppe für Theaterhistoriografie sowie diese Website theaterwissenschaftliche Forschung zu fördern und sichtbar zu machen. Die Arbeitsgruppe sowie diese Website verfolgen wissenschaftliche Ziele und sind den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis verpflichtet. Wir bekennen uns zur Freiheit des wissenschaftlichen Arbeitens und damit auch zur Pluralität von Themen und Methoden.

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BILDNACHWEISE (v. o. n. u.)

1 Leon Kamir-Kaufmann: „Clowns in the Arena of the Circus ‚Italian Comedy'“, 1920, National Museum in Warsaw.

2 Andreas Geiger (Kupferstecher), Johann Christian Schoeller (Künstler), „Die Maskerade im Theater“, von Henry (Gallerie drolliger Scenen zur Theaterzeitung, 5. Jg., Nr. 10), 1831, Wien Museum Inv.-Nr. 109002/41, CC0.

3 „A performance on a Medieval portable booth stage“, in: Chansonnier du Zeghere van Male, 1542. Cambrai Bibliothèque municipale ms. 0126, B f. 53r.

4 „Oper – Opernball 1956 – Aufbauarbeiten“, 1956. © Ernst Hausknost, Wien Museum.

5 „Zirkus Busch in Berlin C, Bahnhof Börse“, „Zirkus Schumann in Berlin NW, Karlstraße“, in: Rudolph Hertzog, Agenda 1912. Jahreskalender des Berliner Kaufhauses. Berlin 1912, S. 110.